Wie Sie ihre Motivation selber beeinflussen können

Eine mächtige Flamme entsteht aus einem winzigen Funken.
Dante Alighieri, Italienischer Dichter

Kennen Sie Sätze wie diese:

„Wie geht es Ihnen heute mit Ihrer Motivation?“

„Heute bin ich ganz und gar nicht motiviert.“

Solche Sätze sprechen wir sehr oft aus oder bekommen sie zu hören. Fakt ist, dass wir ohne Motivation nicht ins Handeln kommen. Uns fehlt der Antrieb und wir dümpeln so vor uns hin. Natürlich gibt es Handlungen, für die wir keine bewusste Motivation benötigen. Essen, Trinken, Schlafen usw. tun wir meist automatisch respektive unbewusst. Wie Sie sich jedoch im Golfspiel und im Business Ihre Motivation holen und diese auch behalten, ist das Thema meines heutigen Artikels.

Die Bedeutung des Wortes Motivation

Das Wort Motivation stammt aus dem Lateinischen „motivum“ resp. aus dem Französischen „motiver“, was bedeutet „zu etwas bewegen, Antrieb geben“.

Es geht dabei also um Handlung, ums In-Bewegung-Kommen. Und genauso wichtig ist das In-Bewegung-Bleiben. Damit Sie Ihr Ziel erfolgreich erreichen, brauchen Sie Durchhaltevermögen. Und das wird genährt durch Interesse, Herzblut, Leidenschaft und eigene Ressourcen, eben unsere Motivation.

Die Motivation ist also eine Triebkraft und kann entweder intrinsisch oder extrinsisch erfolgen.

Extrinsische / intrinsische Motivation, was ist das genau?

Extrinsische Motivation ist abhängig von aussen und die Angst, keine Bestätigung oder Belohnung zu erhalten, ist hier (auch unbewusst) allgegenwärtig.
Eine extrinsische Motivation kann zum Beispiel so auftreten: Ihre Mannschaft oder Ihr Flightpartner möchte das Turnier gewinnen. Das Ziel, das Turnier zu gewinnen, motiviert Sie, Ihr Bestes zu geben. Sie haben hier jedoch keinen Einfluss auf das Endresultat und die Angst gegenüber der Mannschaft oder dem Flightpartner zu versagen, ist präsent.

Im Gegensatz dazu steht die intrinsische Motivation, also die innere resp. eigene. Es hat sich gezeigt, dass intrinsische Motivation kraftvoller und befriedigender ist und keine äusseren Anreize braucht. Sie haben ein selbst erarbeitetes Ziel und sich eigene Massstäbe und Teilziele gesetzt. Diese Motivation macht Freude, Spass und ist spannend. Sie ist befriedigender und Sie erfreuen sich an jedem Teilerfolg, was wiederum einen neuen Motivationsschub auslöst.
Im Golfspiel könnte eine intrinsische Motivation so aussehen, dass Sie sich ein realistisches Ziel gesetzt haben, z. B. dass Sie sich in den nächsten fünf Runden jeden gelungenen Schlag notieren. So sammeln Sie gute Schläge und richten den Blick auf Ihre Erfolge. Dieses Ziel ist machbar, gibt Ihnen Selbstsicherheit, spornt Sie an und motiviert Sie im Anschluss, weitere realistische Ziele zu setzen.

Aus der Praxis

Gedanken eines Golfers auf die Frage, warum die eigene Motivation so wichtig für das Golfspiel ist.

„Ich kenne ein paar Golfer, die verbissen trainieren und in jeder freien Minute Golf spielen. Dabei vergessen sie ihr eigentliches soziales Umfeld. Na ja, vielleicht wächst ihr Bekanntenkreis um ein paar verbissene Golfer an. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es grundsätzlich um Anerkennung geht oder ob es darum geht, sein eigenes, erarbeitetes Ziel zu verfolgen. Kommt die Motivation jetzt von aussen oder innen? Im Business macht es ja auch Sinn sich sein eigenes Ziel zu stecken, sein soziales Umfeld zu pflegen und so bewusst ins Handeln zu kommen. Ich nenne das jeweils Life-Balance.“

Wie kann ich mich jetzt selber motivieren?

Zum Glück gibt es Übungen und Techniken, wie man erfolgreich an seiner Motivation arbeiten kann:

Zielorientierung (siehe mein Blogartikel Saisonziel)
Erarbeiten sie sich ein sauberes Ziel (kurz-, mittel, langfristig)
Verknüpfungstechnik
Hier geht es darum, die bereits gemachten Erfahrungen von einem Kontext (z. B. Business)
in einen anderen Kontext (z. B. Golfsport) zu transferieren.
Positive Selbstanweisung
Sie geben sich selber Anweisungen, indem sie für sich persönlich einen wichtigen Satz, ein Wort, ein Gefühl erarbeiten und immer zum richtigen Zeitpunkt hervorholen, z.B. “Ich schwinge locker und leicht!“
Visualisierung
In der inneren Vorstellung lassen Sie Ihr Ziel oder Ihr Zwischenziel wie ein Film ablaufen. Indem Sie Ihr Ziel innerlich erleben, wird es für Sie realistisch. In dieser “So-tun-als-ob“-Situation können Sie auch gut erkennen, ob das Ziel für Sie passend gewählt ist und wo es gegebenenfalls Herausforderungen geben könnte.
Konflikte erzeugen – Neugier wecken
Konflikte erzeugen Sie, indem Sie sich z. B. auf dem Golfplatz in Ihrer Spielstrategie bewusst entscheiden müssen. Greifen Sie das Green direkt an oder spielen Sie den sicheren Annäherungsschlag, der auch zum Ziel führt. Dank dieser Auseinandersetzung mit der eigenen Strategie geben Sie sich selbst Feedback und erlauben sich zu experimentieren. Sie entwickeln auf spielerische Art die für Sie beste Spielstrategie.
Motivationsumfeld bewusst gestalten
Hier geht es vor allem darum, dass Sie wissen, wen Sie bei ihrem Vorhaben um sich haben
möchten und wen Sie lieber nicht dabei haben. Lassen Sie sich nicht durch destruktives Denken anderer Personen demotivieren. Eine auf Ihr Ziel positiv eingestellte Person kann Sie ideal unterstützen.
Einplanen von sozialen Bedürfnissen
Hier ist es wichtig, dass sie sich ihrer Rollen bewusst sind, ihr Zeitmanagement kennen und
wissen, wie sie ihr soziales Umfeld pflegen möchten.
Neben einem intensiven Training planen sie bewusst Besuche von Freunden, Eltern oder
anderen Bezugspersonen ein.

Die zentrale Frage: Wie sind Sie motiviert?

Wann ist Ihre Motivation extrinsisch, wann intrinsisch?
Was für ein Motivationstyp sind Sie?

Gehören Sie zu denen, die Golf spielen, egal mit welchem Resultat, Hauptsache mit Freunden?
Gehören Sie zu denen, die sich konkret ein Ziel mit allen Konsequenzen erarbeite haben und mit Spass dabei sind?
Gehören Sie zu denen, die sich „Kopf runter und los“ im Trainingsmodus befinden und sämtliche Literatur und Videos nur so reinziehen und denen Drill und Disziplin kein Fremdwort ist?

Damit Sie motiviert bleiben

  • Setzen Sie sich realistische, klare Ziele
  • Seien Sie sich bewusst, was Sie tun
  • Nutzen Sie Ihre Ressourcen
  • Übernehmen Sie Verantwortung für ihr Handeln
  • Klären Sie Ihren eigenen Handlungsspielraum ab
  • Setzen Sie sich sinnvolle Etappenziele
  • Reflektieren sie, wenn Sie ein Etappenziel erreicht haben
  • Seien Sie sich bewusst, ob sie jemanden im Boot brauchen
  • Finden Sie für sich eine positive Selbstanweisung
  • Hängen Sie in Sichtweite ein Ziel Bild auf
  • Feiern Sie Ihre Erfolge
  • Bringen Sie Ihren Kopf und Ihr Herz in Einklang

Einmal unmotiviert zu sein gehört dazu

Sollten Sie trotz aller Motivation einmal keine Lust haben, dann ist dies nicht so tragisch. Es gehört dazu, dass Sie nicht jederzeit top motiviert sind. Was können Sie dennoch für Ihre Motivation tun, wenn Sie mal durchhängen?

Überprüfen Sie, ob ihr gewähltes Ziel für Sie noch realistisch ist. Legen Sie einen Zwischenstopp ein und finden Sie heraus, wo sie im Moment stehen und was ihnen gerade besonders Mühe macht.

Manchmal liegt es daran, dass man im Moment einfach zu viele anstehende Aufgaben hat und nicht mehr weiss, wo einem der Kopf steht. Hier kann es z. B. helfen, die diversen Aufgaben zu priorisieren in drei Gruppen: sofort zu erledigen, hat Zeit bis nächste Woche, ist im Moment nicht wichtig.
Oder wenden Sie den 30-Sekunden-Trick an. Sie stellen sich während 30 Sekunden voll auf Ihr Ziel ein. Schliessen Sie die Augen und versetzt Sie sich mit all Ihren Sinnen in Ihr Ziel hinein. Was sehen Sie, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben? Was hören Sie? Was spüren Sie? Welchen Geruch nehmen Sie wahr?

Machen Sie es wie dir Profis

  • Erarbeiten Sie ihr Ziel klar und mit allen Konsequenzen
  • Finden sie heraus, was sie für die Erreichung ihres Ziel wirklich brauchen
  • Planen Sie realistische Teilziele
  • Bestimmen Sie, an welchen Themen sie wann und wie viel arbeiten
  • Feiern Sie bewusst Zwischenerfolge. Dies ist enorm wichtig für Ihre Motivation.
  • Wenden Sie Motivationstechniken an
  • Finden Sie einen motivierenden Leitsatz für sich
  • Bestimmen Sie eine Person, die ihnen dabei hilft, damit sie wieder auf Kurs kommen, wenn Ihre Motivation einmal sinkt.

Sie gehören bestimmt zu den vielen voll motivierten Golfspielern. Nutzen Sie diese Motivation und holen Sie das Beste aus Ihrem Spiel heraus. Indem Sie sich diese Motivation zu Nutze machen und sich ein realistisches Saisonziel setzen.

Denken Sie dran: Sie sind erst dann motiviert, wenn Sie ins Handeln kommen. Starke Motivation kommt von innen. Das heisst, dort wo Sie Spass, Leidenschaft und Herzblut entwickeln, werden Sie es leichter haben, Ihre Motivation stets hoch zu halten. Drill und Disziplin scheinen hilfreich zu sein, sind jedoch meistens eher Energieräuber als Energiespender. Sie werden in Ihrem Golfspiel viel bessere Fortschritte machen, wenn Sie sich ein realistisches Ziel setzen (siehe Blogartikel Saisonziel) Ihr Erfolg lässt dann bestimmt nicht lange auf sich warten.

Sie möchten mit einem Profi herausfinden wie Sie ihr Ziel erarbeiten und motiviert dranbleiben können, dann stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Quelle: Psychologie im Sport / Sigurd Baumann
Bildquelle: fotalia; WavebreakMediaMicro, Sergiy Serdyuk, Billionphotos

Text: Pascale Fahrni, Dipl. Sportmental Coach

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