Wie Sie als perfekter Golfer einen Schritt weiter kommen

Der Perfekte muss lernen, wie man einen Fehler macht.
© Rupert Schützbach

Mein heutiges Thema habe ich dem Perfektionismus gewidmet. In meinen Erfahrungen rund um das Golfspiel ist mir immer wieder aufgefallen, dass es Golfer gibt, die zum Perfektionismus neigen.

Stellen Sie sich einmal vor wie es wäre, wenn Sie den perfekten Golfschwung, die perfekte Platzstrategie, den perfekten Score usw. hätten?

  • Wäre das toll?
  • Wäre das langweilig?
  • Sie sagen, das ist gar nie möglich!

Gerade gestern habe ich einen Golfer getroffen, der anschliessend an seine Trainingsstunde mit seinem Pro, auf der Driving Range am Üben war. Auf die Frage was übst du denn da, meinte er, ich muss das Gelernte in den Kopf und in meinen Schwung bringen. Ich möchte den Schwung perfektionieren.

Er ist also auf dem Weg zum perfekten Schwung.

Die Frage ist nun wie perfekt ist dieser Golfer veranlagt. Wie viele Stunden wird er wohl auf der Driving Range oder auf der Runde verbringen um seinen Schwung zu perfektionieren?

Jetzt gerade wo die British Open vorbei sind und zahlreiche Golfer die tollen Schwünge der Profis beobachtet haben, gilt es doch seinen Schwung auf Vordermann zu bringen. Und da sind Sie als Golfer mit perfektionistischer Veranlagung voll auf Kurs.

Wenn Sie ein Golfer mit ausgeprägtem Perfektionismus sind, stecken Sie sich selber sehr, sehr hohe Ziele. Und da Sie diese Ziele nicht erreichen können, werden Sie sich ständig zu noch mehr Üben antreiben. Sie halten sich auf der Runde, bei jedem Schlag, Ihr hohes Ziel vor Augen. 4 Stunden lang sagen Sie sich bewusst oder unbewusst wie schlecht Sie doch spielen.
Was denken Sie kommen Sie da jemals aus Ihrem Hamsterrad raus?

Ja das geht!

  • Als erstes müssen Sie für sich erkennen, dass Sie mit dieser Strategie in ihrem Golfspiel irgendwann nicht weiterkommen. Sie werden sich jedoch täglich damit sabotieren und das wird Sie über kürzer oder länger krank machen.
  • Sobald Sie sich dessen bewusst sind geht es darum in kleinen Schritten Ihre Ziele runter zu schrauben. (Keine Angst, Sie dürfen Ihren Perfektionismus ruhig behalten.)

Und so gegen Sie vor:

Ziele setzen

  • Überlegen Sie sich, welches für Sie das kleinste, mögliche Ziel in ihrem Golfspiel ist. Dieses sollten Sie locker erreichen.
  • Jetzt geht es darum dieses kleine Ziel, das Sie erreicht haben^bewusst zu feiern.
    Für jedes erreichte kleine Ziel ermöglichen Sie sich etwas Gutes für sich selber. Gönnen Sie sich einfach etwas, dass Ihnen gut tut und Freude bereitet.

(Die Schwierigkeit ist dabei, dass Sie nicht ins alte Muster zurückkehren und sofort neue, hohe Ziele stecken.)

Wenn Sie gelernt haben sich kleine Ziele und Teilziele zu stecken und sich bewusst beim Erreichen dieser Ziele etwas Gutes zu tun, dann geht es Schritt für Schritt weiter.

Auf der Runde

Sie tendieren sich auf der Runde selber verbal (laut oder in Gedanken) zu sabotieren. Werden Sie sich dieser Eigensabotage bewusst. Sobald Sie merken, dass wieder eine destruktive Handlung im Anmarsch ist, stehen Sie kurz still:

  • Spüren Sie Ihre Füsse auf dem Boden (Kommen zu sich)
  • Atmen Sie 2x tief durch (achten Sie sich vor allem auf das Ausatmen)
  • Lächeln Sie und sagen ein liebes Wort zu Ihnen selbst.

Kann es sein, dass dies jetzt recht komisch für Sie tönt? Das ist deshalb so, weil Sie sich nicht gewohnt sind nett mit sich selber umzugehen.

Hier ein Beispiel

Der Ball fliegt beim Drive nicht aufs Fairway sondern ins Rough oder noch schlimmer ins Aus. Sie machen folgende Aussage:
Ihre Reaktion: „Sch…jetzt nimm dich mal zusammen.“
Die andere Variante:“ Der Ball liegt im Aus. Füsse am Boden spüren, tief atmen, lächeln und z.B. sagen Ups, Fehler gehören zum Spiel, neu auf Teen und locker schwingen.“

Als Perfektionist würden Sie jetzt vielleicht sagen: „Ja das ist ok. Was mache ich denn, wenn ich den Ball ein zweites Mal ins Aus schlage. Ich kann doch nicht immer lieb zu mir sein. Das ist unrealistisch.“

Ich würde Ihnen antworten: „Was ist unrealistisch. Dass Sie den Ball zwei Mal ins Aus schlagen? Oder ist es unrealistisch, dass Sie nett zu sich selber sein dürfen?

Golfmeetsbusiness

Gedanken eines Golfers und Unternehmers auf die Frage, wie er auf Perfektion reagiert?
“ Die Idee vom Lächeln und Füsse auf dem Boden spüren fand ich am Anfang recht komisch. Ich habe mich jedoch auch in Businessalltag daran erinnert und merkte sofort wie ich in stressigen und ungeduldigen Situationen sofort mehr Ruhe und vor allem mehr Klarheit bekomme. Und nett zu einem selber sein tut im Golf wie auch im Businessalltag sehr gut. Das hätte ich nicht gedacht!“

 

Zu guter Letzt

Wir sind es uns einfach nicht gewohnt nett zu uns zu sein. Wir haben von Kindheit an gelernt das Fehler nicht gut sind. Diese müssen sofort korrigiert und mit einer Strafe noch verdoppelt werden. Wir haben leider vergessen, dass man aus Fehlern mit Spass und Neugier lernen kann.

Auch wenn es als perfektionistisch veranlagter Golfer schwierig ist locker an die Dinge heran zu gehen. Versuchen Sie es trotzdem einmal. Es lohnt sich um längerfristig viel Spass am Golfspiel zu haben. Sie brauchen Unterstützung dabei, dann dürfen Sie sich gerne an mich wenden.

PS: Diesen Artikel habe ich bewusst einmal „unperfekt“, ohne Rechtschreibungsprüfung gelassen.

Text: Pascale Fahrni, Dip. Sportmental Coach

Bild: fotalia

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