Golfgedanken oder die Bibliothek Ihres Lebens

Neulich las ich ein paar Sätze, die mich wieder einmal zum Nachdenken anregten. Einer davon lautete wie folgt:

Egal, was du tust, jeder denkt sowieso von Dir, was er will, deshalb kannst Du gleich tun, was Du von Herzen willst, und der sein, der DU wirklich bist, denn dann fühlst Du Dich wenigstens mit Dir selber wohl…..

Ich weiss nicht, wer diesen tollen Satz geschrieben hat. Für mich passt dieser jedoch sehr gut zu vielen Golfspielern. Fühlen Sie sich wohl, während Sie Golf spielen? Setzen Sie Ihre Golfziele um, egal, was andere von Ihnen denken? Bleiben Sie während des Spiels sich selber und spielen Sie von Herzen? Gehören Sie zu denen, die sich ständig Gedanken machen? Wissen Sie dann bestimmt, was Ihr Gegenüber gerade über Sie denkt? Sind Sie eigentlich motivierend zu sich selber oder schimpfen Sie sich ständig?

Wo finden denn eigentlich all die vielen Gedanken statt?

Ja richtig, in Ihrem Kopf!

  • Einfach gesagt, Sie bekommen einen Input, wie zum Beispiel:
  • einen Satz, der jemand sagt
  • eine Geste, die jemand macht
  • eine Haltung, die jemand einnimmt
  • eine Meinung, die jemand äussert

und schon beginnt in Ihrem Kopf Ihre Bibliothek zu rattern und Sie reagieren.
Sie reagieren mit all Ihren Möglichkeiten, die Sie gerade haben. Da sind unzählige Erlebnisse, Werte, die Sie im Laufe ihres Lebens gesammelt haben, in Ihrer Bibliothek (Unterbewusstsein) gespeichert. Einige Reaktionen können Sie steuern, auf andere haben Sie keinen Einfluss.

Was denken Sie denn eigentlich auf dem Golfplatz?

Kunden erzählen mir ganze Geschichten, die Sie auf dem Golfplatz denken. Und zwar egal ob Hobbygolfer oder Elite Sportler. Vielleicht gehören sie zu den Zukunftsgolfern, die schon vor dem Spiel wissen, dass sie sicher ein Hindernis für die andern Flightpartner sind. Vielleicht gehören Sie zu den Allwissenden, die wissen, dass Ihr Flightpartner besser spielen wird als Sie. Vielleicht gehören Sie auch zu den Realisten, die wissen, dass das Turnier heute nichts wird für Sie. Hören Sie sich denken?

Die dicken Bücher

Dummerweise befinden sich in unserer Bibliothek massenweise dicke Literatur über:
Ich kann nicht, was denken die andern von mir;
Soll ich oder soll ich nicht
Wenn der nichts mehr von mir wissen will, was dann;
Man darf das nicht;
Es hat sowieso keinen Sinn, die lachen mich bestimmt alle aus
Ich bin doch eh schlechter als mein Gegenüber;
Wow, so gut wie mein Mitspieler werde ich nie

Die dünnen Bücher

Die dünnen kleinen Bücher sind dann meistens die, die man so schlecht findet. Dabei wären gerade diese die wichtigsten:
Ich bin es mir wert;
Was der kann, kann ich schon lange;
Ich pfeife auf die Meinung und geh meinen Weg;
Nimm aus jedem Feedback das, was dich weiterbringt;
Umgib dich mit Menschen, die dich weiterbringen…

Sie kennen das Thema da bin ich fest überzeugt, denn wer tappt denn nicht ab und zu in diese „Ich möchte allen gefallen“ und „Was denken die bloss über mich“- Falle.

Aus der Praxis

Gedanken einer Golferin und Unternehmerin auf die Frage, ob Sie solche Gedanken kennt?

Eigentlich weiss ich ja, dass sich solche Gedanken nicht lohnen. Würde ich ständig denken, was die anderen von mir halten, wäre ich jetzt mit meinem Unternehmen nicht da, wo ich jetzt stehe. Jedoch im Golf fange ich wieder ganz unten an. Und obwohl ich weiss, dass mir diese Gedanken nichts bringen, sondern mich nur blockieren, kommen sie manchmal wie ein Blitz daher. Jetzt trainiere ich, dass es auch auf dem Golfplatz funktioniert und ich mir selber treu bleibe.

Folgende Fragen können Sie sich zu Ihren Gedanken stellen

  1. Ist Ihr Gedanke wahr? (sind Sie sich wirklich, wirklich sicher, dass man so über Sie denkt?)
    (Ja oder nein. Bei nein, gehen Sie zu Frage 3.)
  2. Können Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist, dass die andern so über Sie denken?
    (Ja oder nein.)
  3. Wie reagieren Sie und was passiert, wenn Sie diesen Gedanken glauben?
  4. Wer wären Sie ohne den Gedanken und wie würden Sie dann reagieren?

(angelehnt an die 4 Fragen von The Work, Byron Katie)

Hier ein Beispiel dazu

Der mögliche Gedanke:
„Mein Mitspieler spielt besser. Der denkt sicher, was ich für ein Anfänger bin.“

  1. Ist dieser Gedanken war? Nein, ich bin mir nicht sicher, dass mein Mitspieler so über mich denkt.
    (also weiter zu Frage 3. Sonst zuerst Frage 2 beantworten.)
  2. Wie reagieren Sie und was passiert, wenn Sie diesen Gedanken glauben?
    Wenn ich diesem Gedanken glaube, will ich um jeden Preis besser spielen. Auswirkung: Mein Körper versteift sich. Ich werde unkontrolliert und gehe unnötige Risiken ein.
  3. Wer wären Sie ohne den Gedanken und wie würden Sie dann reagieren?
    Wenn ich diesen Gedanken nicht hätte, würde ich mein Spiel spielen. Auswirkung: Ich würde mich freuen, dass mir meine Schläge gelingen. Schlag um Schlag spielen, wie ich es gelernt habe.

Fazit

Es ist wichtig, ganz genau auf sich selber zu hören. Nehmen Sie Ihre Gedanken ernst und wenn Sie möchten, schreiben Sie diese auf. Denn nur so können Sie Step by Step diesen Gedanken ihre Wichtigkeit nehmen. Die 4 Fragen von the Work sind dazu sehr hilfreich. Sie helfen Ihnen in ganz vielen Situationen (nicht nur im Golfspiel). Und erinnern Sie daran, dass die andern sowieso denken, was sie wollen.

Zu guter Letzt

Es würde mich freuen, wenn Sie mir einen Kommentar hinterlassen. Brauchen Sie Unterstützung in Ihrem gedanklichen Golfspiel oder Business, dann dürfen Sie sich gerne bei mir melden. info@fahrni-coaching.ch

Energie folgt dem Fokus

Text: Pascale Fahrni, Dipl. Sportmentalcoach
Bilder: fotalia; Kara;peshkova, Alllistair Cotton

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